Handschriften des Aquarells Art Profil Artikel 2003 Jantje Janssen Handschriften des Aquarells Die legendären Italienreisen von Simon Fletcher und Bernhard Vogel Zwei Künstler beschließen eine gemeinsame Mal-Reise
zu machen. Es geht Simon Fletcher und Bernhard Vogel bei ihren Reisen
natürlich um das Malen und die gegenseitige Beurteilung – weit
mehr geht es ihnen um das Lesen der Arbeit des Anderen. Damit eröffnen sich beide Maler eine neue Ebene: Zuerst bestimmen sie den Ort; das Cinqueterre oder die südliche Toskana. „Von hier aus“, das sind zuerst geographische Orte, die den Betrachter der fertigen Bilder allzu leicht in den Vergleich drängen. Die Maler haben dieses Moment aber gerade suspendiert. Gemeinsam zu malen eröffnet ebenso innere Orte: die der Offenbarung des eigenen Hand-Werks und der eigenen Empfindungen, der einzelnen Kniffe, die sie dem kritischen Auge des Anderen preisgeben. Dazu gehören die individuellen Rituale des Beginnens sowie die kritische Bestimmung des Endes der jeweiligen Malerei. Bilder sind Briefe an gute Freunde (frei nach Jean Paul). Sie lancieren eine Entführung in die Ferne. Das ist die Ebene des Betrachters. Für Simon Fletcher und Bernhard Vogel wurden die gemeinsamen Malreisen ein Einblick in die Geographie der Empfindungen. Für die Aquarellmalerei sind die Bilder der gemeinsamen Reisen ein großer Impuls gegen die Festschreibung des eigenen Stils heraus in die offene experimentelle Kommunikation. Offensichtlich haben beide Künstler ihre Reisen als große Bereicherung erlebt. Für die Sammler ihrer Arbeiten ist es spannend, diesen Schriftwechsel nachzuvollziehen, wenn wir im Bilde Jean Pauls bleiben. Erstmals werden die Reisebilder jetzt zusammen gezeigt.
Vom 6. November bis Jantje Janßen
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